SZ-Bibliotheken und ihr Marketing - Ständig neue "Geschenke" im Briefkasten
Vor kurzem war es wieder mal soweit: In meinem Briefkasten fand sich völlig unverhofft ein Päckchen des SZ-Verlages, darin: der erste Band der neuen SZ-Krimi-Bibliothek - und das natürlich gratis!
Wie kommt das? 2004 kam die Süddeutsche Zeitung auf die Idee 50 ausgewählte Klassiker der Literatur in einer neuen Reihe herauszubringen und brachte diese Werke zu äußerst günstigen Preisen (4,90 Euro je Band) unters Volk. Die
SZ-Bibliothek war geboren! Jede Woche erschien ein neuer Band. Die ambitionierteren Leseratten konnten sich via Abonnement-System jeden Monat die die vier neuesten Bände nach Hause schicken lassen. Und jetzt ratet mal, ob SZ-Abonnenten den ersten Band vielleicht sogar umsonst zugeschickt bekommen haben?
Richtig. Nach dem ersten Anfixen mit Kunderas "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" habe ich die Serie abonniert und freue mich seitdem über einen Regalmeter der "größten Romane der 20. Jahrhunderts". Nun versteht mich nicht falsch. Die Reihe ist eine gute Sache, man bekommt einige richtige Schmankerl zu günstigen Preisen. Bis dato habe ich zwar den größten Teil imner noch nicht gelesen, den Kauf bereut habe ich allerdings nie.
Anlass dieses Posting ist eigentlich jedoch mein Erstaunen (und meine Freude) über die Hartnäckigkeit des SZ-Verlages, die mich regelmäßig mit neuen kostenlosen Heißmachern bedenken, um mich erneut zum Kauf eines ihrer Produkte überreden.
Nach dem Erfolg der SZ-Bibliothek (angeblich sollen über 10 Mio. Bücher verkauft worden sein. Das ist äähmm... beachtlich) stiegen die "Releases" neuer SZ-Biobliotheken inflationär an. So gibt es heute neben der Originalbibliothek auch noch
- SZ Cinemathek
- SZ Diskothek
- SZ Kriminalbibliothek
- SZ Junge Bibliothek
- SZ WM-Bibliothek.
Natürlich habe ich jedes Mal den ersten Band/Teil der Reihe bekommen, obwohl ich eigentlich das Musikjahr 1978 nicht so toll finde, Krimis nur sehr selten lesen, keine Kinder habe und kein großer Fußball-Fan bin. Zum Filmgenuss des "Leoparden" bin ich leider auch noch nicht gekommen.
Aber trotzdem vielen Dank, liebe SZ! Ich bin gespannt, was Ihr Euch sonst noch so einfallen lasst. Ihr habt ja meine Adresse.